La PalmaDie nordwestlichste Insel des kanarischen Archipels La Palma wird seit jeher als die „Grüne Insel (la isla verde)“, „Die schöne Insel (la isla bonita)“ oder als die „Insel der Sterne (isla del las estrellas)“ bezeichnet. Wenn Sie sie einmal besuchen, werden Sie feststellen, dass La Palma diesen Attributen mehr als gerecht wird. Besonders auffallend sind die grünen Landschaften im Norden und Osten sowie das durchgängig milde Klima auf der Westseite der Insel.

Als fünftgrößte Insel der Kanaren ist La Palma mit 706 Quadratkilometern Fläche und ca. 86.000 Einwohnern eine relativ junge, aber dadurch auch außergewöhnlich aktive Schönheit. Aufgrund der relativ kleinen Oberfläche der Insel ist der Roque de los Muchachos mit einer Höhe von 2426 m über dem Meeresspiegel eine sehr eindrucksvolle Erscheinung, wie Sie schon beim ersten Anflug auf die Insel bemerken werden. Wegen der natürlichen Eigenschaften dieser Region ist die Zone um den Berggipfel weltweit als einer der besten Orte für die astronomische Beobachtung des Nachthimmels bekannt.

La Palma – von Vulkanen erschaffen

Vor etwa 2 Millionen Jahren tauchte La Palma aufgrund von vulkanischen Aktivitäten aus dem Atlantik auf. Diese Vulkane bildeten eine Bergkette, die die Insel von Norden nach Süden zerschneidet und sie damit quasi in zwei unterschiedliche Klimaregionen teilt. Dass La Palma vulkanischen Ursprungs ist, sieht man auch heute noch an den zahlreichen Lavaformationen, die im Süden der Insel teilweise bis heute noch nicht komplett abgekühlt sind. Dennoch ist La Palma üppig grün bewaldet und hat ein reiches Wasservorkommen; sie ist tatsächlich die einzige Kanareninsel auf der man sogar Bäche und kleinere Flüsse finden kann. Die Bergflanken werden von üppigen Lorbeerwäldern (Nebelwald, hauptsächlich im feuchten Norden und Osten) sowie lichteren Kiefernwäldern bedeckt. Diese Waldflächen machen etwa 40 Prozent der Inselfläche aus. In felsigeren Gebieten findet man oft Krüppelkiefern und Ginster, die sich dort häufig an abenteuerlichen Orten am Felsen festklammern. In den Küstenregionen trifft man eher auf genügsame Trockenpflanzen, so z.B. im Norden häufig Drachenbäume, die auch schon mal in Hainen mit bis zu 10 Pflanzen vorkommen. Ansonsten sind hier Palmen keine Seltenheit. Der Summe dieser einzigartigen Naturerscheinungen ist es zu verdanken, dass La Palma im Jahre 2002 von der UNSECO zum Weltbiosphährenreservat erklärt wurde, welches wir heute auf einem gut ausgebauten Netz vom Wanderwegen, das insgesamt mehr als 1000 km umfasst, erkunden können.

La Palma – eine Insel nur zum Wandern?

Sicher zieht es viele Wanderer nach La Palma; bei gutem Wetter wandern sie hoch hinaus zu den höchsten Gipfeln, auf die sagenhafte Vulkanroute oder in die beeindruckende Stille des Talkessels der Caldera de Taburiente. Und wenn das Inselinnere mal zu bewölkt ist, dann finden sich aufgrund des speziellen Klimas längs der Küsten oft noch wunderschöne Wege in der Sonne.

Doch die vielen steilen Straßen und Pisten mit oft spektakulären Serpentinen sind auch für Motorradfahrer und Mountainbiker wie geschaffen. Auch ist La Palma ein ausgezeichnetes Tauchgebiet: Tauchschulen  gibt es z.B. in Puerto de Tazacorte, Puerto Naos, Los Cancajos und Santa Cruz, die Sie zu den besten Tauchspots in der tropisch anmutenden Meeresfauna begleiten. Wer La Palma einmal aus der Vogelperspektive sehen möchte, der hat hierzu die Möglichkeit mit einem Tandemflug beim Gleitschirmfliegen. Die Insel bietet dazu beispielsweise Clubs in Puerto Naos und Santa Cruz. Wer der Erde lieber ein Stückchen näher bleiben will, kann die Insel auch per Pferd erkunden. Hierzu gibt es Reitclubs beispielsweise in El Paso und Breña Alta, die auch Exkursionen anbieten. Auch Canyoning, Bootsausflüge, Höhlenbesichtigungen und vieles mehr wird auf La Palma angeboten.

Nur wer einen Badeurlaub am kilometerlangen Sandstrand sucht mit anschließendem Feiern in trendigen Clubs, der wird wahrscheinlich von La Palma enttäuscht sein. Es gibt zwar einige sehr schöne Strände hier und auch sehr schöne Bars und Restaurants in denen man einen schönen Abend verbringen kann, aber insgesamt steht La Palma mehr für Natur und Ruhe. Und von beiden bietet die Insel ein Übermaß.  Meiner bescheidenen Meinung nach wohl die schönste Insel der Kanaren: La Palma.

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