La Palma KandelaberwolfsmilchAufgrund der unterschiedlichen Höhenlagen kann La Palma in fünf verschiedene Vegetationszonen gegliedert werden, die diverse Pflanzengattungen beheimaten.
Die unterste Vegetationszone ist die Küstenzone. Diese warme und trockene Zone bis zu 500 Metern Höhe beherbergt vor allem Sukkulenten, Dickblatt- und Wolfsmilchgewächse. Ein Gewächs, das aufgrund seiner einmaligen Erscheinung ins Auge sticht und charakteristisch für die Sukkulenten-Zone ist, ist die Kandelaberwolfsmilch oder auch Säuleneuphorbie aus der Familie der Dickblattgewächse. Häufig wird die kaktusähnliche inselendemische Pflanze auch als Kanaren-Wolfsmilch bezeichnet. Der Vergleich mit einem Kandelaber ist äußerst treffend, denn viele Arme des Gewächses verzweigen vom Stamm aus immer mehr. Die Kanaren-Wolfsmilch kann bis zu drei Meter hoch werden und einen Durchmesser von mehreren Metern erreichen. Die Verzweigungen sind vier- bis sechskantig, am Ende sitzen Dornen. Der Saft des Gewächses ist giftig und soll vor Fressfeinden schützen. Angeblich haben die kanarischen Fischer früher etwas von dem Saft ins Meer gegeben um so die Fische zu betäuben. Um die Pflanze herum wachsen häufig andere Arten, wahrscheinlich suchen diese den Schutz der Kandelaberwolfsmilch. Die Pflanze wächst sehr langsam und kann durchaus bis zu 100 Jahre alt werden.

Zu Gast zwischen den Dachziegeln: Der Dachwurz

Auch ein typisches Gewächs der unteren Zone ist der Dachwurz. Die fast tellergroßen Rosetten des Gewächses wachsen in Felsspalten oder auf anderen felsigen Untergründen Häufig findet sich die Pflanze auch auf Hausdächern, daher der Name Dachwurz. Auf La Palma gibt es rund 30 Arten der auch Aeonium genannten Gewächse.

Der berühmteste Baum der Kanaren: Der Drachenbaum

Seinen Namen verdankt der berühmteste Baum der Kanaren den griechischen Seefahrern, die den eigentümlich aussehenden Bäumen den Namen „drakania“ für „weiblicher Drache“ verliehen. Der Drago zählt zu den makaronesischen Endemiten, das heißt, Exemplare des einzigartigen Baumes finden sich nur noch auf den Kanaren, den Azoren, Madeira und den Kapverdischen Inseln. Überall sonst auf der Welt ist er ausgestorben. Früher galt der Drago den Kanariern als heilig, er wurde als Baum der Weisheit und Fruchtbarkeit verehrt. Viele Legenden ranken sich um den langsam wachsenden Baum, es dauert 10 bis zwölf Jahre, bis er sich das erste Mal verzweigt. Aufgrund dieser Tatsache nahm man an, dass einige der Drachenbäume bereits über 1000 Jahre alt seien und wies ihnen mystische Fähigkeiten zu. Inzwischen werden die ausgewachsenen Dragos jedoch nur auf rund 150 Jahre geschätzt, ermittelt wird das anhand der Anzahl der Verästelungen. Der älteste Drago steht in Icod auf der Nachbarinsel Teneriffa. Ihm werden 370 Jahre zugeschrieben. Eigentlich trägt der Baum seinen Namen zu Unrecht, denn es handelt sich bei dem Gewächs nicht um einen Baum sondern um ein Liliengewächs. La Palma beheimatet von allen Kanareninseln die meisten Drachenbäume. Vor allem im Norden befinden sich viele Dragos. In der Nähe von Barlovento gibt es kleines Drago-Wäldchen. Und auch bei Garafía, El Tablado, Franceses, Don Pedro, San Isidro und Zumacal stehen einige Bäume. Besonders schön ist es, die verschiedenen Standorte im Rahmen einer Wanderung zu erkunden.

Kanarische Palme, die Namensgeberin der Insel „La Palma“

Ebenfalls in der warmen Küstenzone wächst die Kanarische Palme, von der sich der Name La Palma ableitet. Viele behaupten die Kanarische Dattelpalme sei die schönste Palme auf der Welt, denn mit ihrer Wuchshöhe bis zu 20 Metern und den langen Palmwedeln, die sich sanft im Wind wiegen, ist die inselendemische Palme eine sehr eindrucksvolle Erscheinung. Die Nachbarinsel Gomera hat die Palme zu ihrem Wahrzeichen gemacht. Einen wunderschönen Palmenhain gibt es südlich der Hauptstadt Santa Cruz bei Breña Alta. Viele Palmeros nutzen die Palme auch als effektive Schattenspenderin in ihren Gärten. Auf La Palma sind auch noch weitere eingeführte Palmenarten heimisch.

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